Ytong-Porenbetonstein
Stand: 3. November 2026
Porenbeton ist ein mineralischer, dampfgehärteter Baustoff mit hoher Porosität. Er wird primär für monolithische Außen- und Innenwandkonstruktionen im Mauerwerksbau eingesetzt.
Porenbeton ist ein massiver, leicht verarbeitbarer Baustoff mit guten Wärmedämmeigenschaften. Er wird meist für Außenwände verwendet. Die Zirkularität ist aufgrund der Vermischung bei Rückbau und der energetischen Herstellungsweise kritisch zu bewerten.
Was ist es
Ytong-Porenbeton ist ein massiver, mineralischer Baustoff, der durch einen chemischen Treibprozess (Aluminiumpulver) eine poröse Struktur mit vielen kleinen Luftkammern erhält. Er wird in Autoklaven unter Dampfdruck gehärtet. Er besteht aus Quarzsand, Kalk, Zement und Wasser.
Wie wirkt es im Gebäude
Das Material zeichnet sich durch eine geringe Rohdichte aus. Dies führt zu einem niedrigen Wärmeleitfähigkeitswert, was die energetische Trennung zwischen Gebäudehülle und Außenumgebung unterstützt. Der Baustoff ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1). Da der Stein kapillaroffen ist, kann er Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was zur Feuchtigkeitsregulierung im Innenraum beitragen kann. Aufgrund seiner homogenen Struktur ist die Verarbeitung mittels Sägen und Bohren ohne spezielles Werkzeug möglich.
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll, wenn bei monolithischen Wandkonstruktionen ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ein gewisser Wärmeschutz erreicht werden soll. Bei einer fachgerechten Planung und Ausführung können damit Anforderungen an den konstruktiven Wärmeschutz erfüllt werden. Aufgrund des geringen Gewichts reduziert sich die statische Belastung des Fundaments im Vergleich zu massiveren Mauersteinen.
Wann nicht sinnvoll
Porenbeton ist aufgrund seiner Struktur nicht als tragendes Element bei extremer Druckbelastung oder in feuchtebelasteten Bereichen ohne entsprechenden Schutzputz geeignet. Eine stoffliche Wiederverwertung im Sinne eines sortenreinen Rückbaus ist erschwert, da der Stein im Rückbau meist zu Bauschutt zerkleinert wird. Er bietet zudem eine geringere Masse für den sommerlichen Wärmeschutz als schwerere mineralische Baustoffe (z. B. Kalksandstein oder Lehm).
Kosten und Aufwand
Das Material ist im mittleren Preissegment angesiedelt. Die Kosten hängen von der Steinstärke, der geforderten Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) und der Logistik ab. Der Aufwand für die Verarbeitung ist durch das vergleichsweise geringe Gewicht des Steins bei großformatigen Elementen als effizient einzustufen. Es bedarf Dünnbettmörtel für die Verklebung.
Evidenzlage
Dazu liegt kein belegter Kennwert vor bezüglich der Langzeit-Recyclingfähigkeit in geschlossenen Kreisläufen. Die bauphysikalischen Werte wie Wärmeleitfähigkeit oder Feuerwiderstandsklasse sind durch harmonisierte europäische Normen (hEN) sowie Leistungserklärungen der Hersteller gemäß Bauproduktenverordnung belegt. EPDs (Umwelt-Produktdeklarationen) liegen für die gängigen Produkte vor, wobei der energetische Aufwand in der Herstellung durch die Dampfhärtung zu berücksichtigen ist.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Ytong-Porenbetonstein entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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