BauBetriebssystem · Ebene 2

Unser Gebäudesystem.

Wir planen nicht Produkte. Wir planen das Gesamtsystem. Vom Standort bis zum Rückbau — jeder Bereich im Zusammenhang mit dem Ganzen.

Systemdenken

Ein Gebäude ist kein Produktkatalog.

Die Baubranche denkt in Produkten: Welche Heizung, welche Dämmung, welche Fenster. Das führt zu isolierten Optimierungen und Gesamtsystemen, die nicht zusammenpassen.

Wir denken in Systemen. Zuerst die Hülle, dann die Anlagentechnik. Zuerst passive Lösungen, dann aktive. Zuerst den Rückbau, dann den Bau.

Die folgenden vierzehn Bereiche beschreiben unser Systemdenken. Jeder Bereich ist mit konkreten Bauentscheidungen verknüpft.

Bereich 01

Standort

Wir analysieren Orientierung, Topographie, Verschattung und Mikroklima. Der Standort bestimmt 40% der Gebäudeenergiebilanz.

Wir prüfen
Orientierung, Nachbarbebauung, Grundwasserverhältnisse, Zugänglichkeit
Bereich 02

Klima

Wir planen für das Klima 2050, nicht für 1990. Hitzewellen, Starkregen und Trockenheit sind Planungsgrundlage.

Wir prüfen
Klimaszenarien, Sommerlicher Wärmeschutz, Starkregenmanagement
Bereich 03

Gebäudeform

Kompaktheit reduziert Energiebedarf und Kosten. Jeder Winkel kostet Wärme, Dämmung und Geld.

Wir prüfen
A/V-Verhältnis, Kompaktheit, Fensterflächenanteil
Bereich 04

Gebäudehülle

Diffusionsoffen, emissionsgeprüft, ausreichend dimensioniert. Die Hülle ist eine langlebige Investition — bei fachgerechter Ausführung hält sie 50+ Jahre.

Wir prüfen
U-Werte, Diffusionsoffenheit, Wärmebrückenfreiheit
Bereich 05

Baustoffe

Holz, Lehm, Hanf, Stroh — nachwachsend und bei diffusionsoffener Konstruktion rückbaubar. Produktspezifische Nachweise über EPD, ETA und DIN.

Wir prüfen
EPD, natureplus, ETA-Zulassung, Recyclingfähigkeit
Bereich 06

Speichermasse

Schwere Bauteile (Lehm, Stein) speichern Wärme und glätten Temperaturspitzen. Passive Kühlung statt Klimaanlage.

Wir prüfen
Wärmespeicherkapazität, Phasenverschiebung, Amplitudendämpfung
Bereich 07

Licht

Tageslicht ist gesund und kostenlos. Fensterflächen und Orientierung so, dass Winterwärme und Sommerschutz gleichzeitig funktionieren.

Wir prüfen
g-Wert, Tageslichtautonomie, Blendfreiheit
Bereich 08

Luft

Sauerstoff, Feuchtigkeit, Schadstoffe. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung — korrekt eingestellt und gewartet.

Wir prüfen
Luftwechselrate, Feuchterückführung, Filterklasse
Bereich 09

Verschattung

Außenliegend, automatisiert, saisonal angepasst. Die richtige Verschattung verhindert Überhitzung ohne Energieverbrauch.

Wir prüfen
außenliegend vs. innenliegend, Automatisierung, Jahreszeitenanpassung
Bereich 10

Photovoltaik

Wir dimensionieren nach tatsächlichen Verbrauchsprofilen, nicht nach maximaler Dachfläche. Eigenverbrauch ist wirtschaftlicher als Einspeisung.

Wir prüfen
Eigenverbrauchsquote, Batteriespeicher, Lastprofil
Bereich 11

Kühlung

Passiv zuerst, aktiv wenn nötig. Gebäudemasse, Nachtlüftung und Verschattung vor Wärmepumpe oder Klimaanlage.

Wir prüfen
Passive Kühlung, Nachtlüftung, free cooling
Bereich 12

Heizung

Wärmepumpe ist der Standard. Aber nur in Kombination mit einer guten Hülle ist sie effizient. Wir planen das Gesamtsystem.

Wir prüfen
JAZ, Vorlauftemperatur, Heizlast, HybridSysteme
Bereich 13

Betrieb

Ein Gebäude funktioniert nur so gut wie sein Betrieb. Wir dokumentieren Anlagen, Wartungsintervalle und Energieströme.

Wir prüfen
Betriebsanleitung, Wartungsplan, Energiemonitoring
Bereich 14

Rückbau

Wir planen Gebäude so, dass sie zerlegt, sortiert und wiederverwendet werden können. Kreislauffähigkeit ist eine Planungsaufgabe.

Wir prüfen
Reversibilität, Materialpass, Demontierbarkeit
Vom System zur Entscheidung

Jeder Systembereich führt zu konkreten Bauentscheidungen.

Das Gebäudesystem ist nicht abstrakt. Für jeden Bereich gibt es konkrete Entscheidungen: Welche Lösung wählen wir? Unter welchen Bedingungen? Welche Alternative?

Die Klimabilanz dieser Systeme – mit validierten CO₂-Werten je m² aus EPD- und ÖKOBAUDAT-Daten – können Sie konkret berechnen: klimarechner.greenbuild360.de. Hier auf der Entscheidungs-Plattform findest du die regulatorische und konstruktive Einordnung; die Zahlen liefert der Klima-Entscheider.

Wer nur eine Komponente optimiert, verschenkt Potenzial und schafft neue Probleme. Systemdenken ist keine Methode — es ist eine Haltung.

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