Schraubfundamente
Stand: 2. November 2026
Stahlpfähle, die statt gegossen eingeschraubt werden – belastbar nach Aushärtung (Herstellerangabe), rückbaubar (bei sortenreiner Trennung), geeignet für leichte bis mittlere Holz- und Modulgebäude.
Schraubfundamente (Erdschraubpfähle) werden maschinell in den Baugrund eingedreht, erzeugen keinen Aushub, sind belastbar nach Aushärtung (Herstellerangabe) und können vollständig wiederverwendet werden. ETA-Zulassungen liegen vor.
Schraubfundamente – Erdschraubpfähle als betonfreie Gründung
Schraubfundamente (Erdschraubpfähle, Screw Piles) sind aus hochfestem Stahl gefertigte, spiralförmige Pfähle, die maschinell in den Baugrund eingeschraubt werden. Das Verfahren erzeugt reduzierter Aushubmaterial, benötigt keine Aushärtungszeit und ist sofort nach dem Einschrauben voll belastbar.
Technische Eigenschaften
- Tragfähigkeit: 10–150 kN pro Pfahlstandort (systemabhängig)
- Materialien: feuerverzinkter Stahl oder Edelstahl
- Rückbaubarkeit: bis zu 100 % (Szenariorechnung) – Pfähle werden herausgedreht und können wiederverwendet werden
- Ausführungszeit: 1–2 Tage für ein EFH-Fundament (vs. 2–4 Wochen für Betonfundament)
Zulassungen & Normen
Europäische Technische Bewertungen (ETA) liegen für mehrere Hersteller vor. Die Bemessung erfolgt nach Eurocode 7 (DIN EN 1997). In Deutschland sind Schraubfundamente für GK1-Projekte baurechtlich anerkannt; bei GK2/GK3 ist ein Bodengutachten Pflicht.
Einsatzbereiche
- EFH in Holzrahmenbauweise und Strohbau
- Modulare Kitas, Schulgebäude
- Aufstockungen bestehender Gebäude
- Temporäre und versetzbare Bauten
- Kleinere MFH bis ca. 3 Geschosse
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Schraubfundamente entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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