Schadstoffe
Stand: 3. November 2026
Schadstoffbelastung in Innenräumen durch Bauprodukte entsteht primär durch VOCs, Formaldehyd und Weichmacher. Eine bewusste Materialwahl auf Basis geprüfter EPDs reduziert die Emissionsraten maßgeblich.
Schadstoffe in Bauprodukten wie VOCs oder Formaldehyd belasten die Innenraumluft. Durch den Einsatz emissionsgeprüfter Materialien (AgBB-konform) und den Verzicht auf problematische Bindemittel lässt sich die Schadstoffkonzentration nachweislich senken.
Was ist es
Schadstoffe in Bauprodukten umfassen flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Formaldehyd, Polychlorierte Biphenyle (PCB), Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie diverse Weichmacher (z. B. Phthalate). Diese Stoffe können in konventionellen Baustoffen, Bindemitteln, Imprägnierungen oder Klebstoffen enthalten sein und in die Raumluft ausgasen. Die Bewertung erfolgt anhand von Grenzwerten, die in der AgBB-Bewertungsskala (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) festgelegt sind.
Wie wirkt es im Gebäude
Die Emission von Schadstoffen aus Bauprodukten führt zu einer messbaren Belastung der Innenraumluft. VOCs können Reizungen der Atemwege, Schleimhautbeschwerden oder Kopfschmerzen begünstigen. Formaldehyd, das häufig aus Spanplatten und Klebern emittiert wird, ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als krebserregend eingestuft. Die Konzentration in Innenräumen hängt von der Emissionsrate des Materials, dem Luftwechsel, der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit ab. Durch den Einsatz emissionsgeprüfter Materialien nach EPD-Standard lässt sich die Schadstoffkonzentration im Vergleich zu konventionellen Materialien reduzieren.
Wann sinnvoll
Die Auswahl emissionsarmer Materialien ist sinnvoll, wenn Innenräume eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen sollen. Dies ist bei Wohngebäuden, Schulen und Kindertagesstätten durch die Einhaltung der AgBB-Grenzwerte geboten. Eine bewusste Materialwahl verhindert die Anreicherung von Schadstoffen, die bei einer späteren energetischen Sanierung oder einem Rückbau als Gefahrstoffe eingestuft würden.
Wann nicht sinnvoll
Eine Reduzierung der Schadstoffbelastung durch reine Materialwahl ist nicht sinnvoll, wenn gleichzeitig bestehende Altlasten im Bestand (z. B. asbesthaltige Materialien oder PAK-belastete Bodenbeläge) nicht fachgerecht saniert werden. In solchen Fällen ist eine bloße Produktoptimierung der Oberflächen wirkungslos.
Kosten und Aufwand
Die Verwendung schadstoffgeprüfter Produkte kann im Vergleich zu Standardprodukten zu Mehrkosten von 5-15% führen, abhängig von der Materialkategorie. Der Planungsaufwand steigt, da jedes Produkt hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe und Zertifikate (z. B. natureplus, Cradle to Cradle) geprüft werden muss. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, da dies stark projektbezogen variiert.
Evidenzlage
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Innenraumschadstoffen sind durch zahlreiche Studien (u.a. Umweltbundesamt, Weltgesundheitsorganisation) belegt. Die Grenzwerte für Emissionen sind in Deutschland durch das AgBB-Schema und die Bauprodukteverordnung reguliert. Wirksamkeit und Nachweisbarkeit sind durch Prüfzeugnisse (z. B. nach DIN EN ISO 16000) gegeben.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Schadstoffe entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
Systemkombination mit Building Advisor prüfen →