Perlit
Stand: 3. November 2026
Perlit ist ein mineralischer Dämmstoff aus thermisch aufgeblähtem Vulkanglas. Es wird vorwiegend als rieselfähige Schüttung zur Hohlraumdämmung in Wänden und Decken sowie als Ausgleichsschüttung bei Fußböden eingesetzt.
Perlit ist ein nicht brennbarer, mineralischer Dämmstoff aus aufgeblähtem Vulkanglas. Es dient als rieselfähige Schüttung für Hohlräume und Böden. Es ist diffusionsoffen, resistent gegen Schädlinge und wird primär zur thermischen Sanierung im Altbau sowie bei Fußbodenaufbauten genutzt.
Was ist es
Perlit ist ein natürlich vorkommendes, vulkanisches Glas, das sich durch einen hohen Wassergehalt auszeichnet. Bei Temperaturen zwischen 800 und 1000 °C wird das Gestein schockartig erhitzt, wodurch das gebundene Wasser verdampft und das Material auf das 10- bis 20-fache seines ursprünglichen Volumens aufgebläht wird. Das Resultat ist ein leichtes, granulatartiges Material mit einer porösen Struktur, das als mineralischer Dämmstoff eingesetzt wird.
Wie wirkt es im Gebäude
Perlit wirkt primär als Schüttdämmung. Aufgrund seiner mineralischen Zusammensetzung nach DIN 4102-1 gilt es als nicht brennbarer Baustoff der Klasse A1. In der Bauphysik wird es zur Wärmedämmung von Hohlräumen in zweischaligem Mauerwerk, bei obersten Geschossdecken oder als Ausgleichsschüttung unter Estrichen eingesetzt. Da es ein offenes Porengefüge besitzt, ist es diffusionsoffen. Die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) liegt laut gängigen Produkt-EPDs (Umwelt-Produktdeklarationen) typischerweise zwischen 0,040 und 0,050 W/(m·K), abhängig von der Körnung und Schüttdichte.
Wann sinnvoll
Der Einsatz von Perlit ist sinnvoll bei der nachträglichen Dämmung von Hohlräumen in Altbauten, insbesondere bei zweischaligem Mauerwerk ohne Kerndämmung. Da das Material rieselfähig ist, lässt es sich in unzugängliche Hohlräume einblasen. Zudem eignet es sich als druckfeste Ausgleichsschüttung für Fußbodenaufbauten. Durch seine mineralische Basis ist es resistent gegen Schimmelbefall und tierische Schädlinge. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, inwieweit die Langzeitstabilität bei extrem feuchten Umgebungen variiert.
Wann nicht sinnvoll
Perlit sollte nicht dort eingesetzt werden, wo das Material direkter, dauerhafter Feuchtigkeit ausgesetzt ist, da die kapillare Wasseraufnahme die Dämmwirkung beeinträchtigen kann. Bei der Verarbeitung entsteht eine hohe Staubentwicklung, die entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen (Atemschutz) gemäß TRGS erforderlich macht. Als Dämmstoff in Bereichen mit hohen mechanischen Lasten ohne eine stabilisierende Bindung (wie z.B. Zementummantelung) ist es weniger geeignet.
Kosten und Aufwand
Die Materialkosten für Perlit sind als mittel einzustufen. Die Kosten für die Einbringung variieren stark je nach Zugänglichkeit der Hohlräume. Der Aufwand ist bei maschineller Einblasdämmung vergleichsweise gering, erfordert jedoch fachgerechte Öffnungen in der Fassade oder der Decke. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, welche durchschnittlichen Preissteigerungen für das aktuelle Kalenderjahr gelten.
Evidenzlage
Die physikalischen Eigenschaften von Perlit sind durch zahlreiche Normen und Datenblätter der Hersteller sowie EPDs hinreichend belegt. Die Materialkennwerte zur Wärmeleitfähigkeit und zum Brandverhalten entsprechen den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Langzeitstudien zur Dauerhaftigkeit unter verschiedenen Klimabedingungen sind in den jeweiligen EPDs der Hersteller dokumentiert.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Perlit entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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