Nachwachsende Rohstoffe
Stand: 3. November 2026
Nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Hanf und Stroh sind biobasierte Materialien, die sich durch natürliche Regenerationsprozesse auszeichnen. Sie dienen im Bauwesen primär als strukturelle Elemente oder Dämmstoffe mit spezifischen bauphysikalischen Eigenschaften.
Nachwachsende Rohstoffe sind biobasierte Materialien wie Holz, Hanf oder Stroh, die sich regenerieren. Sie eignen sich für diffusionsoffene, rückbaubare Konstruktionen, erfordern jedoch fachgerechten Schutz gegen Feuchtigkeit, Schädlinge und hohe Brandschutzanforderungen.
Was ist es
Nachwachsende Rohstoffe sind Materialien biologischen Ursprungs, die sich innerhalb kurzer Zeiträume durch natürliche Prozesse regenerieren. Im Bauwesen kommen primär Holz, Hanf, Stroh und Lehm zum Einsatz. Diese Materialien binden während ihres Wachstums biogenen Kohlenstoff. Im Gegensatz zu fossilen oder mineralischen Baustoffen basieren sie auf pflanzlichen oder tierischen Zellstrukturen.
Wie wirkt es im Gebäude
Die Wirkung dieser Stoffe ist physikalisch durch ihre zelluläre Struktur geprägt. Holz fungiert als tragendes Element mit hoher Festigkeit bei vergleichsweise geringem Eigengewicht. Hanf und Stroh werden primär als Dämmstoffe eingesetzt. Ihre Kapillarität und Dampfdiffusionsoffenheit unterstützen die Feuchtigkeitsregulierung im Raumklima, sofern die Konstruktion nach DIN 4108 bauphysikalisch korrekt ausgeführt ist. Die thermische Trägheit variiert dabei stark je nach Materialdichte und Bauteilaufbau.
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll, wenn eine sortenreine Trennung der Bauteile vorgesehen ist, um eine Kreislaufführung nach Nutzungsende zu ermöglichen. Zudem ist die Anwendung bei diffusionsoffenen Wandaufbauten zielführend, um ein Austrocknungspotenzial für die Gesamtkonstruktion zu gewährleisten. Für Gebäude mit hohem Anspruch an die Rückbaubarkeit nach DIN EN 15643 bieten diese Materialien Vorteile durch lösbare mechanische Verbindungen.
Wann nicht sinnvoll
Der Einsatz ist nicht zielführend, wenn die Konstruktion durchgehend feuchtigkeitsbelastet ist und kein konstruktiver Holzschutz nach DIN 68800 vorgesehen werden kann. Zudem ist die Verwendung in Bereichen, in denen hohe Brandschutzanforderungen (z.B. Hochhausrichtlinien) existieren, nur mit zugelassenen Brandschutzbekleidungen oder speziellen Brandschutzkonzepten möglich. Bei unzureichendem Schutz vor tierischem Schädlingsbefall oder mikrobiellem Wachstum sind diese Materialien ebenfalls kritisch zu bewerten.
Kosten und Aufwand
Die Beschaffung von nachwachsenden Rohstoffen ist derzeit mit einem mittleren Kostenniveau verbunden. Da diese Materialien oft noch nicht die Standardisierungsgrade konventioneller Baustoffe erreichen, ist der Planungsaufwand durch notwendige bauphysikalische Nachweise höher. Wartung und Instandhaltung setzen fachgerechte Kenntnisse voraus, um die Langlebigkeit zu garantieren. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, der eine pauschale Aussage über Lebenszykluskosten für alle Materialien zulässt.
Evidenzlage
Die physikalischen Kennwerte von Holz sind durch zahlreiche EPDs (Environmental Product Declarations) und Normen hinreichend dokumentiert. Für moderne Stroh- und Hanfdämmungen liegen zunehmend bauaufsichtliche Zulassungen oder allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse vor. Die langfristige Dauerhaftigkeit hängt stark von der spezifischen Einbausituation ab, weshalb die Evidenzlage als moderat einzustufen ist.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Nachwachsende Rohstoffe entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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