Mehrfamilienhaus
Stand: 3. November 2026
Das Rebuild-Mehrfamilienhaus setzt auf die Verwendung von Holz, Lehm, Hanf und Stroh zur Realisierung rückbaubarer Wohneinheiten. Das Konzept konzentriert sich auf die stoffliche Trennbarkeit und Dokumentation der Baustoffe.
Das Rebuild-Mehrfamilienhaus ist ein rückbaubares Wohnkonzept aus Holz, Lehm, Hanf und Stroh, das auf dem Design for Disassembly basiert und durch hohe Materialtrennbarkeit sowie die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Ressourceneffizienz beiträgt.
Was ist es
Das Mehrfamilienhaus in der Rebuild Edition ist ein Konzept für den Wohnungsbau, das auf einer hohen Materialtrennbarkeit basiert. Hierbei werden tragende und nicht-tragende Bauteile so gefügt, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus sortenrein rückbaubar sind. Die Verwendung von Holz, Lehm, Hanf und Stroh folgt dem Ziel, nachwachsende Rohstoffe stofflich zu binden. Die Konstruktion orientiert sich an den Prinzipien des Design for Disassembly (DfD).
Wie wirkt es im Gebäude
Die Kombination dieser Baustoffe ermöglicht eine diffusive Bauweise. Lehmputze regulieren die Feuchteaufnahme und -abgabe in Innenräumen, während Holz als primäres Konstruktionsmaterial dient. Hanf- und Strohdämmungen bieten thermische Speichereigenschaften, deren genaue Wärmeleitfähigkeit (λ) je nach Produkt-EPD variiert. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor für die exakten globalen Emissionswerte des gesamten Lebenszyklus, da diese von der lokalen Lieferkette abhängen.
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll, wenn eine Nutzungsdauer von 50 bis 80 Jahren angestrebt wird und die Bauherrschaft eine detaillierte Dokumentation der verbauten Materialien (Gebäuderessourcenpass) wünscht. Es ist besonders effektiv bei Projekten, die eine hohe Flexibilität in der Grundrissgestaltung erfordern, da die Trennwandsysteme modular ausgeführt werden.
Wann nicht sinnvoll
Das Konzept ist nicht sinnvoll bei Projekten mit extremen Anforderungen an den Brandschutz, die über die bauaufsichtlichen Zulassungen für Holz-Stroh-Verbundbauteile hinausgehen. Ebenso bei Standorten mit dauerhaft hoher Bodenfeuchte ohne entsprechende konstruktive Trennung, da die Dauerhaftigkeit der organischen Baustoffe durch Feuchteeintrag beeinträchtigt werden kann.
Kosten und Aufwand
Die Kosten werden im Segment 'mittel' eingeordnet, da der Planungsaufwand durch die notwendige Vorfertigung höher ist als beim konventionellen Massivbau. Die Montagezeiten vor Ort sind durch einen hohen Vorfertigungsgrad verkürzt, was zu einer Reduzierung der Baustellengemeinkosten führt.
Evidenzlage
Die bauphysikalischen Kennwerte von Holz und Lehm sind durch DIN-Normen (z. B. DIN 4108) belegt. Für spezifische Hanf- und Strohdämmstoffe liegen bauaufsichtliche Zulassungen oder ETA-Dokumente vor, die als Nachweis für die mechanischen und thermischen Eigenschaften dienen.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Mehrfamilienhaus entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
Systemkombination mit Building Advisor prüfen →