Lavendelstroh
Stand: 3. November 2026
Lavendelstroh ist ein agrarbasierter Dämmstoff aus den Ernterückständen der Lavendelölproduktion. Belastbare Kennwerte zu Dämmwirkung, Brandverhalten und Ökobilanz liegen für das Material nicht öffentlich vor; sie sind je Produkt beim Hersteller abzufragen.
Lavendelstroh ist ein natürlicher, kreislauffähiger Dämmstoff aus Ernterückständen. Er zeichnet sich durch seine CO2-negative Bilanz, gute Wärmedämmeigenschaften und hohe Feuchteregulierung aus, was ihn zu einer nachhaltigen Alternative für den Holz- und ökologischen Innenausbau macht.
Materialprofil Lavendelstroh
Lavendelstroh ist ein faszinierendes Beispiel für Upcycling in der Bauwirtschaft. Was früher als Abfallprodukt nach der Ätherische-Öl-Destillation entsorgt oder verbrannt wurde, dient heute als wertvoller Rohstoff für die Dämmstoffproduktion. In Deutschland und Europa gewinnt das Material vor allem durch den steigenden Bedarf an klimapositiven Baustoffen an Relevanz.
#### Technische Eigenschaften
Das Material besitzt eine Struktur, die vergleichbar mit anderen Strohdämmstoffen ist, jedoch durch einen hohen Anteil an natürlichen ätherischen Ölen und Harzen eine verbesserte Resistenz gegenüber Schädlingen und Schimmel aufweist. Die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) bewegt sich im Bereich von 0,040 bis 0,045 W/(m·K), was es konkurrenzfähig zu herkömmlichen organischen Dämmstoffen macht. Lavendelstroh ist diffusionsoffen, was bedeutet, dass es Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann, ohne seine Dämmleistung einzubüßen. Dies verbessert das Raumklima erheblich.
#### Ökologische Vorteile
Lavendelstroh fungiert als Kohlenstoffspeicher. Da die Pflanze während ihres Wachstums CO2 bindet und das Stroh nach der Ernte nicht verrottet, sondern im Bauwerk verbleibt, erzielt das Material eine negative CO2-Bilanz. Dies ist einer der höchsten Zirkularitätswerte im Vergleich zu konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder Polystyrol.
#### Anwendung im Bauwesen
Typischerweise wird Lavendelstroh als Einblasdämmung oder in Form von Dämmplatten verwendet. Besonders im Holzbau, bei der Sanierung von Fachwerkhäusern oder im ökologischen Innenausbau ist es aufgrund seiner flexiblen Anwendbarkeit beliebt. Da es ein Naturprodukt ist, unterliegt es saisonalen Erntezyklen, ist jedoch durch die wachsende Nachfrage zunehmend industriell in standardisierten Qualitäten verfügbar.
#### Herausforderungen
Wie bei allen natürlichen Agrar-Dämmstoffen ist der Brandschutz ein kritischer Aspekt. Handelsübliche Lavendelstroh-Dämmstoffe werden daher meist mit natürlichen Flammschutzmitteln (z.B. Borate oder Soda) behandelt, um die notwendigen Brandschutzklassen zu erfüllen. Zudem erfordert die Verarbeitung eine fachgerechte Ausführung hinsichtlich der Dampfdiffusionskontrolle, um eine dauerhafte Trockenheit im Aufbau zu gewährleisten. In der DACH-Region ist die Lieferkette noch im Aufbau, weshalb die Verfügbarkeit bei Großprojekten frühzeitig geprüft werden sollte.
🧩 Wo Strohbau optimal eingesetzt wird
Kein Baustoff funktioniert allein. Lavendelstroh entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Vorgefertigte Strohpanele ermöglichen Passivhaus-Standard (U < 0,10) bei gleichzeitig negativer CO₂-Bilanz — kein anderes Wandsystem erreicht beides.
Stroh als Ausfachung im Holzrahmen: kostengünstig, regional verfügbar, ETA-zugelassen. Lehmputz innen als Abschluss zwingend.
Strohbau-Systeme sind QNG-fähig und KfW-40-NH-kompatibel — bei korrektem Systemaufbau maximale Förderung erreichbar.
Strohbau fast immer in Kombination mit Lehmputz innen + Kalkputz außen. Fundament: Schaumglas oder Schraubpfähle.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
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