Holzweichfaserplatte
Stand: 3. November 2026
Holzweichfaserplatten sind diffusionsoffene Dämmstoffe aus Holzfasern. Sie werden zur thermischen Dämmung sowie zur Verbesserung des Schallschutzes und des sommerlichen Wärmeschutzes eingesetzt.
Holzweichfaserplatten sind holzbasierte Dämmstoffe nach DIN EN 13171. Sie bieten eine hohe Wärmespeicherkapazität und Feuchteregulierung, was sie für diffusionsoffene Holzkonstruktionen und Sanierungen geeignet macht, sofern konstruktiver Feuchteschutz eingehalten wird.
Was ist es
Holzweichfaserplatten bestehen aus zerfasertem Nadelholz, das unter Zugabe von Bindemitteln oder durch Aktivierung holzeigener Lignine mechanisch zu Platten verpresst wird. Nach DIN EN 13171 werden sie als Dämmstoffe aus Holzfasern klassifiziert. Die Herstellung erfolgt überwiegend im Nass- oder Trockenverfahren. Die Rohdichten variieren üblicherweise zwischen 110 kg/m³ und 270 kg/m³.
Wie wirkt es im Gebäude
Die Platten zeichnen sich durch eine spezifische Wärmekapazität von etwa 2100 J/(kg·K) aus, was laut DIN 4108 zu einer zeitverzögerten Wärmeabgabe nach innen führt. Aufgrund des hohen Sorptionsvermögens können Holzweichfaserplatten Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und bei sinkender Luftfeuchte wieder abgeben, sofern sie mit diffusionsoffenen Oberflächenschichten (z. B. Lehmputz) kombiniert werden. Die thermische Leitfähigkeit liegt je nach Rohdichte bei ca. 0,038 bis 0,050 W/(m·K).
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll bei Gebäudehüllen in Holzrahmenbauweise, um sowohl Wärmeschutz als auch sommerlichen Wärmeschutz zu verbessern. Aufgrund ihrer Masse eignen sie sich zur Verbesserung des Schallschutzes bei Leichtbauwänden. Die Verarbeitung ist bei der Sanierung von Bestandswänden mit innenliegender Dämmung in Kombination mit kapillaraktiven Putzsystemen technisch vorteilhaft.
Wann nicht sinnvoll
Der Einsatz ist nicht sinnvoll in Bereichen mit dauerhafter direkter Feuchtigkeitsbelastung (Spritzwasserbereich oder erdberührte Bauteile), da hier die Gefahr von Fäulnisprozessen besteht. Bei sehr geringen Wanddicken kann die erforderliche Dämmleistung für aktuelle Anforderungen nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) den Raum deutlich verringern.
Kosten und Aufwand
Die Kosten für Holzweichfaserplatten liegen im mittleren Bereich im Vergleich zu anderen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder EPS. Der Aufwand bei der Verarbeitung ist aufgrund des Gewichts und der notwendigen Zuschnittwerkzeuge höher als bei leichten Dämmmatten. Befestigungsmittel müssen gemäß statischen Anforderungen gewählt werden. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor bezüglich der langfristigen Preisstabilität im aktuellen Marktsegment.
Evidenzlage
Die bauphysikalischen Kennwerte sind durch harmonisierte europäische Normen (DIN EN 13171) und produktspezifische Umweltproduktdeklarationen (EPD) belegt. Langzeiterfahrungen aus jahrzehntelanger Anwendung in Holzbauweisen bestätigen die Funktionalität unter bauphysikalisch korrekter Planung. Die Alterungsbeständigkeit unter trockenen Bedingungen ist durch Prüfzeugnisse dokumentiert, während bei Feuchteeintrag spezifische konstruktive Schutzmaßnahmen nach DIN 68800 zwingend erforderlich sind.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Holzweichfaserplatte entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
Systemkombination mit Building Advisor prüfen →