Holzfasereinblasdämmung
Stand: 3. November 2026
Holzfasereinblasdämmung ist ein fugenfreier Dämmstoff aus Holzfasern für Hohlräume in Dachkonstruktionen und Holzrahmenbauteilen. Die Verarbeitung erfolgt maschinell durch Fachbetriebe.
Holzfasereinblasdämmung ist ein diffusionsoffener Dämmstoff für geschlossene Hohlräume. Die Einbringung erfolgt maschinell unter Einhaltung spezifischer Einblasdichten, um Setzungen zu vermeiden. Die Eignung hängt von der fachgerechten Konstruktion und Luftdichtheit ab.
Was ist es
Holzfasereinblasdämmung besteht aus zerkleinerten Holzfasern, die meist aus Restholz der holzverarbeitenden Industrie gewonnen werden. Die Fasern werden unter Verwendung von mineralischen Flammschutzmitteln wie Ammoniumsulfat oder Borsalzen behandelt, um die Anforderungen des Brandschutzes (gemäß DIN EN 13501-1) zu erfüllen. Das Material wird maschinell unter Druck in Hohlräume von Bauteilen eingeblasen, wodurch eine fugenfreie Dämmmatratze entsteht.
Wie wirkt es im Gebäude
Das Material zeichnet sich durch eine hohe spezifische Wärmekapazität aus, die laut Datenblättern typischerweise bei etwa 2100 J/(kg·K) liegt. Diese Eigenschaft trägt zur Phasenverschiebung bei, wodurch sommerliche Hitze verzögert in den Innenraum gelangt. Da es sich um einen diffusionsoffenen Baustoff handelt, kann die Einblasdämmung Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben (sorptives Verhalten), was das Raumklima beeinflusst. Eine korrekte Berechnung der hygrothermischen Bedingungen gemäß DIN 4108-3 ist zwingend erforderlich, um Tauwasserbildung innerhalb der Konstruktion auszuschließen.
Wann sinnvoll
Die Einblasdämmung ist in geschlossenen Hohlräumen wie Holzrahmenbauwänden, Sparrenfeldern von Dächern oder obersten Geschossdecken einsetzbar. Aufgrund der maschinellen Verarbeitung eignet sie sich besonders für komplexe Geometrien und Sanierungen, bei denen eine fugenfreie Dämmung durch manuelle Zuschnitte von Platten nicht effizient realisierbar ist. Die Einblasdichte muss dabei exakt nach Herstellerangaben (typischerweise zwischen 40 und 60 kg/m³) eingehalten werden, um Setzungen zu vermeiden.
Wann nicht sinnvoll
Das Material ist nicht für den Einsatz im Erdreich oder in Bereichen mit hoher Feuchtigkeitsbelastung geeignet. Bei mangelhafter Luftdichtheit der Gebäudehülle kann es zu Feuchteanreicherungen kommen, die die Dämmleistung mindern. Für Konstruktionen, die eine hohe Druckfestigkeit erfordern, ist lose Einblasdämmung nicht geeignet.
Kosten und Aufwand
Die Kosten für Holzfasereinblasdämmung liegen im mittleren Bereich im Vergleich zu anderen Dämmstoffen. Die Investition setzt sich aus den Materialkosten und dem maschinellen Verarbeitungsaufwand durch Fachbetriebe zusammen. Ein konkreter Preis pro Kubikmeter ist stark von der Baustellensituation und der Schichtstärke abhängig. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, da regionale Handwerkerpreise und Lieferketten variieren.
Evidenzlage
Die physikalischen Kennwerte zur Wärmeleitfähigkeit (typischerweise im Bereich von 0,038 bis 0,042 W/(m·K)) sind durch Produktzertifikate und EPDs (Environmental Product Declarations) belegt. Die langfristige Stabilität der Dämmung ist von einer fachgerechten Ausführung der Luftdichtigkeitsebene abhängig. Die Normung erfolgt über die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) des jeweiligen Produkts.
🧩 Wo Holzfaserdämmung optimal eingesetzt wird
Kein Baustoff funktioniert allein. Holzfasereinblasdämmung entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Holzfaser ist die diffusionsoffene, ökologische Alternative zu EPS/XPS — bei Holzständerwerk immer vorzuziehen, da kein Kondensatrisiko.
Als Ergänzung zu Strohbau-Wandsystemen an Details (Attika, Laibung) wo Stroh nicht passt.
Hohe Wärmespeicherkapazität (1,7 kJ/kgK) sorgt für hervorragenden sommerlichen Hitzeschutz — besser als Mineralwolle.
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