Fertighaus
Stand: 3. November 2026
Das Rebuild-Fertighaus ist ein nach dem Prinzip der sortenreinen Trennbarkeit entwickeltes Gebäudesystem. Es verwendet Holz, Hanf und Lehm in einer mechanisch lösbaren Konstruktionsweise.
Das Rebuild-Fertighaus ist eine mechanisch rückbaubare Holz-Lehm-Konstruktion. Es basiert auf ökologisch orientierten Materialien und ist darauf ausgelegt, Bauteile nach Ablauf des Lebenszyklus sortenrein trennbar zu halten.
Was ist es
Das GreenBuild360 'Rebuild'-Fertighaus ist eine konstruktive Systemlösung für den Wohnbau, die auf dem Prinzip des kreislauffähigen Bauens basiert. Die Struktur besteht primär aus einer Holzrahmenkonstruktion, ergänzt durch biogene Dämmstoffe wie Hanf oder Stroh und Oberflächen aus Lehmputz. Im Gegensatz zu konventionellen Fertighäusern wird das Rebuild-System ohne dauerhafte Verklebungen oder chemische Verbundwerkstoffe konstruiert, um eine sortenreine Trennung der Bauteile nach Ende der Nutzungsdauer zu ermöglichen.
Wie wirkt es im Gebäude
Die verwendeten Materialien wie Holz und Lehm wirken hygrothermisch ausgleichend. Nach DIN 4108-3 beeinflussen Lehmbaustoffe das Innenraumklima durch ihre sorptionsfähigen Eigenschaften. Die diffusionsoffene Bauweise ohne Dampfsperren aus Kunststofffolien erfordert eine exakte Detailplanung des Feuchteschutzes. Die thermische Trägheit wird durch den Einsatz von Lehmbauplatten in den Innenwänden erhöht, was zur Stabilisierung der Raumtemperaturen beitragen kann.
Wann sinnvoll
Das Rebuild-System ist sinnvoll, wenn die Zielsetzung eine Gebäudelebensdauer mit anschließendem Rückbau ist. Es eignet sich für Bauherren, die dokumentierte Stoffkreisläufe bevorzugen und den Einsatz synthetischer Klebstoffe minimieren wollen. Die Anwendung setzt ein Planungsteam voraus, das die systemgebundene Montage und Demontage gemäß den Vorgaben der Herstellerspezifikationen umsetzen kann.
Wann nicht sinnvoll
Nicht sinnvoll ist das System bei hohen Anforderungen an den Brandschutz, die über das bauaufsichtlich zugelassene Maß hinausgehen, ohne entsprechende zusätzliche Kapselung. Ebenso ist es nicht sinnvoll, wenn die Gebäudestruktur extremen mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, die eine massiv-mineralische Bauweise zwingend erfordern. Bei sehr eingeschränkten Budgets ist das Rebuild-System aufgrund der notwendigen handwerklichen Sorgfalt und Materialzertifizierung oftmals nicht konkurrenzfähig gegenüber industrieller Massenfertigung.
Kosten und Aufwand
Die Kosten für das Rebuild-System bewegen sich im mittleren bis gehobenen Segment. Ein direkter Vergleich mit konventionellen Fertighäusern ist aufgrund der unterschiedlichen Materialqualität und der Rückbaukonzepte schwierig. Der Planungsaufwand ist höher, da bereits in der Entwurfsphase die Verbindungsmittel (mechanische Verschraubungen statt Verklebungen) dokumentiert werden müssen. Dazu liegt kein belegter Kennwert vor, da die Kosten stark von der regionalen Verfügbarkeit der biogenen Baustoffe abhängen.
Evidenzlage
Die Evidenz für die einzelnen Komponenten (Holz, Lehm, Hanf) ist durch zahlreiche bauphysikalische Prüfzeugnisse (z. B. für Wärmeleitfähigkeit nach DIN EN 12667) gestützt. Die systemische Gesamtevaluierung des 'Rebuild'-Konzepts hinsichtlich der Langzeit-Demontierbarkeit befindet sich derzeit im Stadium der Monitoring-Phase. Die mechanischen Festigkeitswerte entsprechen den geltenden Eurocodes (DIN EN 1995 für Holzbau).
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Fertighaus entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
Systemkombination mit Building Advisor prüfen →