Emissionsarme Baustoffe
Stand: 3. November 2026
Emissionsarme Baustoffe minimieren die Abgabe von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und Formaldehyd. Die Eignung wird durch standardisierte Prüfverfahren wie die DIN EN 16516 belegt, um die Innenraumluftqualität zu unterstützen.
Emissionsarme Baustoffe geben nachweislich weniger Schadstoffe wie VOC oder Formaldehyd an die Innenraumluft ab. Die Prüfung erfolgt nach Normen wie DIN EN 16516. Sie unterstützen ein gesundes Innenraumklima, erfordern jedoch stets ein begleitendes Lüftungskonzept.
Was ist es
Emissionsarme Baustoffe sind Materialien, die nach spezifischen Prüfverfahren wie der DIN EN 16516 auf ihre Abgabe von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Formaldehyd und Schwermetallen getestet wurden. Diese Materialien zeichnen sich durch eine reduzierte Ausdünstungsrate aus, um die Konzentration von Schadstoffen in der Innenraumluft zu minimieren. Die Bewertung erfolgt anhand standardisierter Kammerprüfungen, bei denen die Emissionsrate über einen definierten Zeitraum gemessen wird.
Wie wirkt es im Gebäude
Die Verwendung solcher Materialien trägt zur Einhaltung geltender Grenzwerte für die Innenraumluftqualität bei. Durch den Einsatz emissionsgeprüfter Produkte wird die Exposition der Nutzer gegenüber chemischen Verbindungen reduziert, die potenziell aus Bauprodukten wie Klebern, Dämmstoffen oder Beschichtungen freigesetzt werden können. Eine hohe Luftwechselrate muss dennoch durch ein fachgerechtes Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 sichergestellt werden, da die reine Materialwahl keine ausreichende Belüftung ersetzt.
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll, wenn hohe Anforderungen an die Innenraumluftqualität bestehen, beispielsweise in Wohngebäuden, Schulen oder Krankenhäusern. Ebenso ist dies relevant bei der Zertifizierung von Gebäuden durch Systeme wie DGNB oder BNB, welche Grenzwerte für die Materialemissionen vorgeben. In hermetisch dichten Gebäuden mit kontrollierter Wohnraumlüftung ist die Minimierung von Quellenbelastungen ein zentraler Bestandteil der Planung.
Wann nicht sinnvoll
Der Einsatz ist nicht sinnvoll, wenn lediglich die Materialwahl betrachtet wird, während das Lüftungskonzept vernachlässigt wird. Zudem ist eine reine Fokussierung auf emissionsarme Materialien ineffektiv, wenn diese durch den Einsatz von Möbeln oder Einbauten mit hohen Emissionswerten konterkariert wird. Die Materialwahl muss als Teil eines ganzheitlichen Innenraumkonzepts verstanden werden.
Kosten und Aufwand
Die Beschaffung emissionsarmer Baustoffe kann im Vergleich zu Standardprodukten mit einem Aufpreis verbunden sein, da zusätzliche Prüf- und Zertifizierungskosten anfallen. Der Aufwand bei der Planung steigt durch die notwendige Prüfung der Umweltproduktdeklarationen (EPD) und der Nachweise für die spezifischen VOC-Klassen. Zu den langfristigen Wartungskosten und dem Einfluss auf den Rückbau liegt kein belegter Kennwert vor.
Evidenzlage
Die Bewertung basiert auf etablierten Normen wie der DIN EN 16516 und dem AgBB-Bewertungsschema. Diese Verfahren liefern reproduzierbare Messwerte in Prüfkammern. Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen in realen Gebäudeszenarien sind jedoch von multiplen Faktoren abhängig, weshalb die reine Materialprüfung nur ein Teilaspekt der Gebäudeökologie ist.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Emissionsarme Baustoffe entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.
Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.
Systemkombination mit Building Advisor prüfen →