Dachtruss
Stand: 3. November 2026
Ein modulares, mechanisch verbundenes Dachtragwerk aus Holz, das für zerstörungsfreien Rückbau konzipiert wurde. Das System basiert auf einem Plug-and-Play-Prinzip für effiziente Montageabläufe.
Der Dachtruss ist ein modulares Holzfachwerk-System, das durch rein mechanische Verbindungen eine zerstörungsfreie Demontage ermöglicht. Es basiert auf Eurocode 5 für statische Stabilität und lässt sich als vorgefertigte Einheit effizient montieren.
Was ist es
Der Dachtruss ist ein modulares Tragwerkssystem, welches auf dem Prinzip des Plug-and-Play basiert. Es handelt sich um ein vorgefertigtes Holzfachwerk, das als steife Einheit konstruiert ist. Die Verbindungen der Bauteile sind mechanisch ausgeführt, wodurch eine zerstörungsfreie Demontage gewährleistet wird. Die Struktur basiert auf normkonformen Holzbauteilen gemäß DIN EN 1995-1-1 (Eurocode 5).
Wie wirkt es im Gebäude
Im Bauwerk übernimmt der Dachtruss die Funktion des Dachtragwerks. Durch das modulare Design kann eine Lastabtragung über definierte Knotenpunkte erfolgen. Da die Verbindungsmittel nicht verklebt sind, ist die bauphysikalische Trennbarkeit der Materialien nach der Nutzungsdauer möglich. Die thermische Trennung erfolgt durch Einblasen von Dämmstoffen wie Zellulose oder Hanf in die Gefache. Die luftdichte Ebene wird durch systemeigene Membranen realisiert, die mechanisch befestigt werden.
Wann sinnvoll
Das System ist sinnvoll bei Gebäuden, die einen hohen Grad an Flexibilität in der Grundrissgestaltung oder eine einfache Erweiterbarkeit erfordern. Es bietet Vorteile bei Bauprojekten, die auf eine rückbaubare Konstruktionsweise ausgelegt sind. Die Verwendung bei flach geneigten bis steilen Dachformen ist nach statischem Nachweis möglich. Eine Eignung liegt vor, wenn die Montagegeschwindigkeiten auf der Baustelle durch hohen Vorfertigungsgrad minimiert werden sollen.
Wann nicht sinnvoll
Der Einsatz ist nicht sinnvoll, wenn architektonische Sonderformen vorliegen, die eine individuelle Einzelanfertigung erfordern, welche durch das Rastermaß des Systems nicht abgebildet werden kann. Bei extremen Spannweiten, die über die statische Belastbarkeit der Standardmodule hinausgehen, ist das System ohne zusätzliche Sonderbauteile nicht anwendbar. Auch wenn keine mechanischen Verbindungen gewünscht sind, ist dieses System ungeeignet.
Kosten und Aufwand
Die Kosten für das modulare Dachtruss-System sind als mittel einzustufen. Der Aufwand verlagert sich von der Montagezeit auf der Baustelle hin zur präzisen Planung in der Vorfertigungsphase. Für die genaue Kosteneinschätzung sind projektbezogene statische Berechnungen nach DIN EN 1995-1-1 erforderlich. Dazu liegt kein belegter Kennwert für den pauschalen Quadratmeterpreis vor.
Evidenzlage
Die statischen Grundlagen für den Dachtruss basieren auf dem Eurocode 5. Es existieren EPDs für die verwendeten Holzwerkstoffe. Die Demontierbarkeit wurde in theoretischen Szenarien simuliert, jedoch fehlen für dieses spezifische modulare System noch Langzeitstudien zur Dauerhaftigkeit unter wechselnden klimatischen Lasten in der Praxis. Die Bewertung der Umweltwirkung stützt sich auf die Stoffstrombilanzen der verwendeten Hölzer gemäß geltender EPD-Daten.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. Dachtruss entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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