CLT (Brettsperrholz)
Stand: 3. November 2026
Brettsperrholz besteht aus kreuzweise verleimten Nadelholzlagen, die als tragfähige, großformatige Bauelemente fungieren. Es ermöglicht durch hohen Vorfertigungsgrad eine schnelle Montage bei hoher statischer Belastbarkeit.
CLT (Brettsperrholz) ist ein aus kreuzweise verklebten Holzlagen bestehender Plattenwerkstoff für den statischen Hochbau. Er ermöglicht durch hohen Vorfertigungsgrad kurze Montagezeiten, stellt jedoch aufgrund der Verleimung Anforderungen an die spätere stoffliche Trennbarkeit.
Was ist es
Brettsperrholz (CLT, Cross Laminated Timber) besteht aus mindestens drei rechtwinklig zueinander verleimten Brettlagen aus Nadelholz. Die kreuzweise Anordnung reduziert das natürliche Quellen und Schwinden des Holzes in der Plattenebene erheblich. Die Produktion erfolgt in industriellen Fertigungsprozessen nach DIN EN 16351, wobei die einzelnen Lagen meist mit Polyurethan-Klebstoffen verklebt werden.
Wie wirkt es im Gebäude
CLT fungiert als tragendes Element für Wand-, Decken- und Dachscheiben. Durch die hohe Steifigkeit und Festigkeit können Gebäude mit großen Spannweiten und hohen Geschosszahlen errichtet werden. Die Masse des Baustoffs trägt zur thermischen Trägheit bei, was das Raumklima in Kombination mit dem Feuchtepuffervermögen von Holz beeinflussen kann. Im Brandfall bildet die verbleibende Restquerschnittsfläche durch die kontrollierte Abbrandrate (nach DIN EN 1995-1-2) eine tragfähige Basis.
Wann sinnvoll
Der Einsatz ist sinnvoll, wenn hohe Anforderungen an die statische Tragfähigkeit bei gleichzeitigem Wunsch nach einem hohen Vorfertigungsgrad bestehen. Durch die maßgenaue CNC-Bearbeitung sind kurze Montagezeiten realisierbar. Bei Gebäuden, die auf Rückbaubarkeit ausgelegt sind, ermöglicht der Einsatz großformatiger Tafeln eine effiziente Demontage, sofern mechanische statt geklebter Verbindungen gewählt werden.
Wann nicht sinnvoll
CLT ist nicht sinnvoll, wenn das Projekt ein striktes stoffliches Recycling nach der Nutzungsphase erfordert, da die werkseitige Verleimung die spätere Trennung der Holzlagen erschwert. Zudem ist der Einsatz in Bereichen mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit oder direktem Erdkontakt ohne konstruktiven Holzschutz nach DIN 68800 unzulässig. Bei sehr kleinen Bauvorhaben stehen die hohen Transport- und Logistikkosten oft in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum statischen Nutzen.
Kosten und Aufwand
Die Kosten werden primär durch das Volumen, den Grad der Vorfertigung und die statischen Anforderungen bestimmt. Laut aktueller Marktlage ist das Material im Bereich 'mittel' bis 'teuer' einzuordnen, abhängig von der Sichtqualitätsanforderung. Der Montageaufwand ist aufgrund der großformatigen Elemente gering, erfordert jedoch einen Kran und qualifiziertes Personal. Instandhaltungskosten richten sich nach der Dauerhaftigkeitsklasse des verwendeten Holzes.
Evidenzlage
Die statischen Kennwerte sind durch harmonisierte Normen (DIN EN 16351) umfassend dokumentiert. Zur Lebenszyklusanalyse (LCA) liegen produktspezifische Umweltproduktdeklarationen (EPDs) vor, welche die graue Energie und stoffliche Bilanz transparent machen. Die Rückbaubarkeit wird durch aktuelle Pilotprojekte untersucht, wobei die stoffliche Verwertung aufgrund der Klebstoffe Herausforderungen für den Kreislauf darstellt. Dazu liegt kein belegter Kennwert für die exakte stoffliche Recyclingquote nach 100 Jahren vor.
🧩 Systemische Einbettung
Kein Baustoff funktioniert allein. CLT (Brettsperrholz) entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:
Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.
Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.
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