Stampflehm vs. Leichtlehm — Massivlehm-Systeme im Vergleich
Auf einen Blick
Stampflehm (DIN 18946, Rohdichte 1.600–2.000 kg/m³, λ 0,60–0,90, bedingt tragend, hohe Speichermasse) vs. Leichtlehm (DIN 18947, Rohdichte 600–1.200 kg/m³, λ 0,15–0,40, wärmedämmend, nicht-tragend). Stampflehm: Massivbau, 200–400 €/m³. Leichtlehm: Ausfachung, 55–110 €/m³. Beide ca. 0,02 kg CO₂/kg (GWP A1-A3, Herstellerangabe), diffusionsoffen.
Problem
Stampflehm (DIN 18946, Rohdichte 1.600–2.000 kg/m³, λ 0,60–0,90, bedingt tragend, hohe Speichermasse) vs. Leichtlehm (DIN 18947, Rohdichte 600–1.200 kg/m³, λ 0,15–0,40, wärmedämmend, nicht-tragend). Stampflehm: Massivbau, 200–400 €/m³. Leichtlehm: Ausfachung, 55–110 €/m³. Beide ca. 0,02 kg CO₂/kg (GWP A1-A3, Herstellerangabe), diffusionsoffen.
Kurzantwort
Stampflehm bietet hohe Speichermasse und bedingte Tragfähigkeit (DIN 18946), Leichtlehm bietet Wärmedämmung für Ausfachungen (DIN 18947). Stampflehm für Massivbau mit Speichermasse, Leichtlehm für wärmedämmende Holzständer-/Fachwerkausfachung. Oft kombiniert: Stampflehm tragend + Leichtlehm ausfachend.
Quellen & Nachweise
Geprüfte Institutionen und Vorgaben, deren Nachweise in diese Entscheidung eingeflossen sind:
- DIN 18946:2019 — Stampflehm
- DIN 18947:2019 — Leichtlehm
- Lehmbauerichtlinien DIN 18945-18952
- DIN 4108-2 — Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN EN 12664 — Wärmeleitfähigkeit
Kriterien-Vergleich — Fakten-Matrix
| Kriterium | Stampflehm (massiv, DIN 18946) | Leichtlehm (dämmend, DIN 18947) |
|---|---|---|
| Investition | ca. 200–400 €/m³ (Stampflehm, System + Handarbeit) | ca. 55–110 €/m³ (Leichtlehm, Material) |
| Betriebskosten | sehr hohe Speichermasse → geringer Heiz-/Kühlbedarf, passiv | mäßige Speichermasse, wärmedämmend → geringer Heizbedarf, passiv |
| Lebensdauer | hohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor | hohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor |
| Förderung | Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem) | Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem) |
| CO₂-Bilanz | Lehm: ca. 0,02 kg CO₂/kg Lehm (GWP A1-A3, Herstellerangabe; kein Brennprozess) | Lehm + Faser: bindet biogenen Kohlenstoff: ca. 0,5 bis 1,5 kg CO₂/kg durch Hanf/Stroh (Herstellerangabe, Module A1-A3) |
Wo fehlen geprüfte Kennwerte? Ehrlich, ohne Marketing
Systemkette — Was kommt auf die Gewerke zu?
- Stampflehm: Schalung + Rüttelverdichtung, Handarbeit, zeitintensiv
- Leichtlehm: Schütten oder Spritzen in Schalung/Holzständer, schneller
- Beide: Lehmputz als Oberfläche (nicht Gips/Kalk)
- Logistik: Lehm regional (Aushub möglich), Faserzusatz (Hanf/Stroh) regional
Diese Fragen sollten Sie dem Hersteller stellen
- Welche Rohdichte (kg/m³) und Wärmeleitfähigkeit (λ) sind deklariert?
- Ist das System tragend (Stampflehm) oder nicht-tragend (Leichtlehm)?
- Welche Verarbeitung (Stampfen/Schütten/Spritzen) wird empfohlen?
- Liegt eine EPD nach EN 15804 vor?
Welche GreenBuild-Prinzipien werden durch diese Entscheidung unterstützt?
Jede Empfehlung auf dieser Plattform folgt demselben nachvollziehbaren System. Diese Entscheidung unterstützt die folgenden Prinzipien aus dem GreenBuild Manifest:
Wir nutzen Gebäudestruktur, Speichermasse und natürliche physikalische Effekte vor aktiver Technik.
→ Kann das Problem passiv gelöst werden — ohne Energieverbrauch?
Gebäude werden so geplant, dass sie zerlegt, sortiert und wiederverwendet werden können.
→ Kann das Gebäude am Ende zerlegt und wiederverwendet werden?
Gebäude, die bei 40°C, Starkregen und Nutzungswechsel funktionieren — heute und 2050.
→ Funktioniert das Gebäude auch bei 40°C, Starkregen und geänderter Nutzung?
Praxis — Welche Gebäude wurden bereits so gebaut?
Reale Referenzprojekte aus dem Markt, die diese Lösung bereits erfolgreich umgesetzt haben — mit messbaren Ergebnissen und öffentlichen Quellen.
Die Suche findet real gebaute Projekte im D-A-CH-Raum mit messbaren Ergebnissen und öffentlichen Quellen.
Kosten — Investition, Betrieb, Lebenszyklus
| Kriterium | Stampflehm (massiv, DIN 18946) | Leichtlehm (dämmend, DIN 18947) |
|---|---|---|
| Investition | ca. 200–400 €/m³ (Stampflehm, System + Handarbeit) | ca. 55–110 €/m³ (Leichtlehm, Material) |
| Betriebskosten/Jahr | sehr hohe Speichermasse → geringer Heiz-/Kühlbedarf, passiv | mäßige Speichermasse, wärmedämmend → geringer Heizbedarf, passiv |
| Lebensdauer | hohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor | hohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor |
| Förderung | Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem) | Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem) |
| CO₂-Bilanz | Lehm: ca. 0,02 kg CO₂/kg Lehm (GWP A1-A3, Herstellerangabe; kein Brennprozess) | Lehm + Faser: bindet biogenen Kohlenstoff: ca. 0,5 bis 1,5 kg CO₂/kg durch Hanf/Stroh (Herstellerangabe, Module A1-A3) |
Klimawandel — Wie funktioniert das bei 40°C, Starkregen, Trockenheit 2050?
Einschätzung Zukunftsrisiko: gering (redaktionelle Bewertung, projektabhängig).
Wir prüfen jede Entscheidung gegen die Klimaszenarien 2050: Hitzewellen, Starkregen, Trockenheit. Eine Lösung, die nur heute funktioniert, ist keine Lösung.
Quellen — vollständig, mit Originalquelle
- DIN 18946:2019 — Stampflehm
- DIN 18947:2019 — Leichtlehm
- Lehmbauerichtlinien DIN 18945-18952
- DIN 4108-2 — Sommerlicher Wärmeschutz
- DIN EN 12664 — Wärmeleitfähigkeit
Building Advisor — Welche nächste Entscheidung ergibt sich?
Diese Entscheidung ist selten isoliert. Sie führt zu Folgefragen: Welche Förderung greift? Wie kombiniere ich Heizung, Kühlung und Lüftung? Passt das zu meinem Gebäudetyp?
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