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Stampflehm vs. Leichtlehm — Massivlehm-Systeme im Vergleich

Auf einen Blick

Stampflehm (DIN 18946, Rohdichte 1.600–2.000 kg/m³, λ 0,60–0,90, bedingt tragend, hohe Speichermasse) vs. Leichtlehm (DIN 18947, Rohdichte 600–1.200 kg/m³, λ 0,15–0,40, wärmedämmend, nicht-tragend). Stampflehm: Massivbau, 200–400 €/m³. Leichtlehm: Ausfachung, 55–110 €/m³. Beide ca. 0,02 kg CO₂/kg (GWP A1-A3, Herstellerangabe), diffusionsoffen.

NachgewiesenGeprüft: 08. Oktober 20265 Quellen DIN
Stampflehm (massiv, DIN 18946)vs.Leichtlehm (dämmend, DIN 18947)
1.

Problem

Stampflehm (DIN 18946, Rohdichte 1.600–2.000 kg/m³, λ 0,60–0,90, bedingt tragend, hohe Speichermasse) vs. Leichtlehm (DIN 18947, Rohdichte 600–1.200 kg/m³, λ 0,15–0,40, wärmedämmend, nicht-tragend). Stampflehm: Massivbau, 200–400 €/m³. Leichtlehm: Ausfachung, 55–110 €/m³. Beide ca. 0,02 kg CO₂/kg (GWP A1-A3, Herstellerangabe), diffusionsoffen.

2.

Kurzantwort

Stampflehm bietet hohe Speichermasse und bedingte Tragfähigkeit (DIN 18946), Leichtlehm bietet Wärmedämmung für Ausfachungen (DIN 18947). Stampflehm für Massivbau mit Speichermasse, Leichtlehm für wärmedämmende Holzständer-/Fachwerkausfachung. Oft kombiniert: Stampflehm tragend + Leichtlehm ausfachend.

§

Quellen & Nachweise

Geprüfte Institutionen und Vorgaben, deren Nachweise in diese Entscheidung eingeflossen sind:

  • DIN 18946:2019 — Stampflehm
  • DIN 18947:2019 — Leichtlehm
  • Lehmbauerichtlinien DIN 18945-18952
  • DIN 4108-2 — Sommerlicher Wärmeschutz
  • DIN EN 12664 — Wärmeleitfähigkeit
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Kriterien-Vergleich — Fakten-Matrix

KriteriumStampflehm (massiv, DIN 18946)Leichtlehm (dämmend, DIN 18947)
Investitionca. 200–400 €/m³ (Stampflehm, System + Handarbeit)ca. 55–110 €/m³ (Leichtlehm, Material)
Betriebskostensehr hohe Speichermasse → geringer Heiz-/Kühlbedarf, passivmäßige Speichermasse, wärmedämmend → geringer Heizbedarf, passiv
Lebensdauerhohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vorhohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor
FörderungFörderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem)Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem)
CO₂-BilanzLehm: ca. 0,02 kg CO₂/kg Lehm (GWP A1-A3, Herstellerangabe; kein Brennprozess)Lehm + Faser: bindet biogenen Kohlenstoff: ca. 0,5 bis 1,5 kg CO₂/kg durch Hanf/Stroh (Herstellerangabe, Module A1-A3)
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Wo fehlen geprüfte Kennwerte? Ehrlich, ohne Marketing

⚠Tragfähigkeit von Stampflehm für Gebäudeklassen 4+ nicht einheitlich nachgewiesen
⚠Langzeit-Feuchteverhalten über 50+ Jahre nicht dokumentiert
⚠Schallschutz R_w nicht einheitlich deklariert (Stampflehm höher als Leichtlehm)
Prüfnachweis-Empfehlung: EPD, ETA, DIBt, QNG, CE oder DIN/ISO-Norm ergänzen, bevor Sie ein Produkt auf dieser Entscheidung vergeben.
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Systemkette — Was kommt auf die Gewerke zu?

  • Stampflehm: Schalung + Rüttelverdichtung, Handarbeit, zeitintensiv
  • Leichtlehm: Schütten oder Spritzen in Schalung/Holzständer, schneller
  • Beide: Lehmputz als Oberfläche (nicht Gips/Kalk)
  • Logistik: Lehm regional (Aushub möglich), Faserzusatz (Hanf/Stroh) regional
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Diese Fragen sollten Sie dem Hersteller stellen

  1. Welche Rohdichte (kg/m³) und Wärmeleitfähigkeit (λ) sind deklariert?
  2. Ist das System tragend (Stampflehm) oder nicht-tragend (Leichtlehm)?
  3. Welche Verarbeitung (Stampfen/Schütten/Spritzen) wird empfohlen?
  4. Liegt eine EPD nach EN 15804 vor?

Welche GreenBuild-Prinzipien werden durch diese Entscheidung unterstützt?

Jede Empfehlung auf dieser Plattform folgt demselben nachvollziehbaren System. Diese Entscheidung unterstützt die folgenden Prinzipien aus dem GreenBuild Manifest:

Passive Gebäudeintelligenz

Wir nutzen Gebäudestruktur, Speichermasse und natürliche physikalische Effekte vor aktiver Technik.

→ Kann das Problem passiv gelöst werden — ohne Energieverbrauch?

Kreislauffähigkeit

Gebäude werden so geplant, dass sie zerlegt, sortiert und wiederverwendet werden können.

→ Kann das Gebäude am Ende zerlegt und wiederverwendet werden?

Anpassungsfähigkeit an Klima und Nutzung

Gebäude, die bei 40°C, Starkregen und Nutzungswechsel funktionieren — heute und 2050.

→ Funktioniert das Gebäude auch bei 40°C, Starkregen und geänderter Nutzung?

3.

Praxis — Welche Gebäude wurden bereits so gebaut?

Reale Referenzprojekte aus dem Markt, die diese Lösung bereits erfolgreich umgesetzt haben — mit messbaren Ergebnissen und öffentlichen Quellen.

Die Suche findet real gebaute Projekte im D-A-CH-Raum mit messbaren Ergebnissen und öffentlichen Quellen.

4.

Kosten — Investition, Betrieb, Lebenszyklus

KriteriumStampflehm (massiv, DIN 18946)Leichtlehm (dämmend, DIN 18947)
Investitionca. 200–400 €/m³ (Stampflehm, System + Handarbeit)ca. 55–110 €/m³ (Leichtlehm, Material)
Betriebskosten/Jahrsehr hohe Speichermasse → geringer Heiz-/Kühlbedarf, passivmäßige Speichermasse, wärmedämmend → geringer Heizbedarf, passiv
Lebensdauerhohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vorhohe Lebensdauer bei diffusionsoffenem Aufbau und sachgerechter Pflege; dazu liegt kein belegter Kennwert vor
FörderungFörderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem)Förderfähigkeit wird projektbezogen geprüft (KfW 261/BEG; QNG nur als Gesamtsystem)
CO₂-BilanzLehm: ca. 0,02 kg CO₂/kg Lehm (GWP A1-A3, Herstellerangabe; kein Brennprozess)Lehm + Faser: bindet biogenen Kohlenstoff: ca. 0,5 bis 1,5 kg CO₂/kg durch Hanf/Stroh (Herstellerangabe, Module A1-A3)
5.

Klimawandel — Wie funktioniert das bei 40°C, Starkregen, Trockenheit 2050?

Einschätzung Zukunftsrisiko: gering (redaktionelle Bewertung, projektabhängig).

Wir prüfen jede Entscheidung gegen die Klimaszenarien 2050: Hitzewellen, Starkregen, Trockenheit. Eine Lösung, die nur heute funktioniert, ist keine Lösung.

6.

Quellen — vollständig, mit Originalquelle

  1. DIN 18946:2019 — Stampflehm
  2. DIN 18947:2019 — Leichtlehm
  3. Lehmbauerichtlinien DIN 18945-18952
  4. DIN 4108-2 — Sommerlicher Wärmeschutz
  5. DIN EN 12664 — Wärmeleitfähigkeit
7.

Building Advisor — Welche nächste Entscheidung ergibt sich?

Diese Entscheidung ist selten isoliert. Sie führt zu Folgefragen: Welche Förderung greift? Wie kombiniere ich Heizung, Kühlung und Lüftung? Passt das zu meinem Gebäudetyp?

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Passt das zu Ihrem Projekt?

Der Building Advisor prüft, was für Ihren konkreten Fall gilt — kostenlos und unverbindlich.

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