🌱
GreenBuild360 Wiki
/Bauweise/Fundamente ohne Beton

Fundamente ohne Beton

Fundamente ohne konventionellen Stahlbeton – Überblick über Schraubfundamente, Schaumglasplatten und hybride Stahl-/Holzsysteme für emissionsarm (kg CO₂e/m² nach EPD)es, rückbaubares Bauen.

Fundamente ohne Beton (Schraubfundamente, Schaumglas, Holz-/Stahlsysteme) haben deutlich geringere CO₂-Emissionen als Stahlbeton (EPD-Vergleich ÖKOBAUDAT), ermöglichen Rückbaubarkeit (DIBt-Zulassung Z-3415-253) und sind für leichte bis mittlere Gebäude normkonform einsetzbar.

## Einleitung – Was sind betonfreie Fundamente? Fundamente ohne Beton bezeichnen Gründungssysteme, die auf den Einsatz von konventionellem Stahlbeton vollständig oder weitgehend verzichten. Zu den wichtigsten Systemen zählen Schraubfundamente (Erdschraubpfähle), Schaumglasplatten und Schaumglasschotter sowie hybride Punkt- oder Streifenfundamente aus Stahl und Holz. Das Ziel dieser Systeme ist dreifach: erstens eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen, die bei klassischen Betonfundamenten typischerweise 40–100 kg CO₂e/m² betragen; zweitens eine vollständige oder weitgehende Rückbaubarkeit ohne Bauschuttanfall; drittens schnellere, trockenere Bauprozesse, die Ausführungszeiten verkürzen und die Abhängigkeit von Spezialgerät reduzieren. ## Warum Fundamente ohne Beton? Beton ist für rund 8 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Allein das Fundament eines klassischen Einfamilienhauses erzeugt 15–30 Tonnen CO₂ – ein wesentlicher Teil der Gesamtemissionen eines Gebäudes. Betonfreie Gründungen haben deutlich geringere CO₂-Emissionen als Stahlbetonfundamente — der genaue Nachweis erfolgt per EPD-Vergleich (ÖKOBAUDAT), projektabhängig. Darüber hinaus sind betonfreie Fundamente rückbaubar (bei sortenreiner Trennung; DIBt-Zulassung Z-3415-253): Schraubpfähle lassen sich herausdrehen und wiederverwenden, Schaumglasschotter kann abtransportiert und recycelt werden. Dies ist ein zentraler Vorteil für zirkuläre Gebäudekonzepte, die Rebuild Edition sowie serielle und modulare Bausysteme. ## Typische Systeme ### Schraubfundamente Schraubfundamente (auch: Erdschraubpfähle, Screw Piles) sind aus hochfestem Stahl gefertigte Pfähle, die mit speziellen Maschinen in den Baugrund eingeschraubt werden. Sie erzeugen reduzierter Aushubmaterial, benötigen keine Aushärtungszeit und sind sofort belastbar nach dem Einschrauben (Herstellerangabe; bauaufsichtliche Zulassung DIBt Z-3415-253). In Deutschland und der EU gibt es ETA-Zulassungen für verschiedene Hersteller; die Tragfähigkeit ist durch Lastversuche nachweisbar. Besonders geeignet für: Holzrahmenbau, Strohbaugebäude, Holzbau KfW 40, modulare Kitas und Schulen, Aufstockungen. ### Schaumglasplatten und Schaumglasschotter Schaumglas (CellularGlass) aus recyceltem Glas ist druckfest, frostbeständig, kapillarpassiv und diffusionsdicht. Als Platte oder Schotter unter der Bodenplatte eingesetzt, übernimmt es gleichzeitig tragende und dämmende Funktion – eine Bodenplatte aus Beton kann damit in der Stärke reduziert oder durch eine schlanke Konstruktion aus Holz ersetzt werden. ETA-Zulassungen und ÖAP-Prüfungen liegen vor; CE-Kennzeichnung für die gängigsten Produkte ist vorhanden. ### Hybridsysteme ohne Beton Punktförmige oder streifenförmige Stahl-/Holzfundamente, die das Gebäude auf wenigen Auflagerpunkten tragen, bieten maximale Flexibilität. In Kombination mit Schraubfundamenten und Holzrosten entstehen vollständig trocken ausführbare Gründungen, die an Baugrundverhältnisse angepasst werden können. ## Für welche Vorhaben eignen sich betonfreie Fundamente? **Geeignet:** - EFH und kleine bis mittlere Holz- und Strohbaugebäude - Kitas, Schulen und modulare öffentliche Gebäude - Aufstockungen und Rebuild-Vorhaben (Schrottimmobilien) - Temporäre oder versetzbare Gebäude - Modulare Reihenhäuser und serielle Wohnbauten **Eingeschränkt geeignet / Sonderprüfung erforderlich:** - Sehr große Lasten (Hochhäuser > 4 Geschosse) – nur als Hybrid - Stark schwellende Böden (quellfähige Tone) oder ausgeprägte Hanglage - Baugrundverhältnisse mit sehr heterogenem Untergrund → geotechnische Untersuchung (Kategorie GK2/GK3) ist zwingend ## Vorteile & Herausforderungen **Vorteile:** - Deutlich geringere CO₂-Emissionen als Stahlbetonfundamente — Nachweis per EPD-Vergleich (ÖKOBAUDAT) - Rückbaubar (DIBt-Zulassung Z-3415-253); vollständige Rückbaubarkeit setzt sortenreine Trennung voraus - reduzierter Aushubmaterial, kürzere Bauzeit - Geringere Kosten bei weichem oder schwer zugänglichem Baugrund möglich - Förderfähig im Rahmen von KfW NH / QNG, da CO₂-Bilanz verbessert **Herausforderungen:** - Spezifisches Planungs-Know-how erforderlich (Tragwerksplaner mit Erfahrung) - Baugrundabhängigkeit: Voruntersuchung nötig - Noch begrenzte Anzahl von Fachfirmen, insbesondere für Schraubfundamente - Teils höhere Materialkosten gegenüber Beton bei großen Lasten - Akzeptanz und Kenntnis bei Behörden regional unterschiedlich ## Evidence & Normen Für Schraubfundamente liegen Europäische Technische Bewertungen (ETA) u. a. nach ETAG 001 vor. Schaumglasplatten sind nach EN 13167 normiert und CE-gekennzeichnet. Die geotechnische Einordnung erfolgt nach DIN EN 1997 (Eurocode 7). Langzeitprojekte und Praxisberichte aus dem Holzbau belegen die Dauerhaftigkeit über 20+ Jahre. ## Decision & Haushaltsökonomie Die Wirtschaftlichkeit hängt von Baugrund, Gebäudetyp, System und Region ab. Entscheidend sind nicht nur Investitionskosten, sondern auch Betriebskosten (Nullerhaltung bei Schraubpfählen), Rückbaukosten (nahezu Null), mögliche Förderungen (KfW NH, QNG) und Werterhalt über 30–50 Jahre. Der Building Advisor 24E bewertet diese Faktoren für dein konkretes Projekt – mit profil- und projektspezifischer Gewichtung.
⚡ GreenBuild360 Intelligence ScoreReality · Economic · Decision
⚖ Reality Engine
Reality Score70
Evidenz-Qualität72

Level B — einige Unsicherheiten

Evidenz B
🎯 Decision Engine
Zirkularität90
Rebuild-Potential85

GreenBuild360 Intelligence Score — Reality × Economic × Decision Engine

📜 Material Passport — Phase 26ADaten → Beweis → Vertrauen → Entscheidung
70
Reality
Technisch verifiziert
72
Evidenz
Level B
⚖️Bewertung nach 7 Kriterien
⏳
Lebensdauer
30–80 Jahre (systemabhängig)
🔧
Reparierbarkeit
60
♻️
Rückbaubarkeit
90
🎯Wann ist es die richtige Wahl?
✓ Richtig wenn: Das Gebäude leicht bis mittelschwer ist, ökologische Bauweise (Holz, Stroh, CLT) im Fokus steht und Rückbaubarkeit oder Kreislauffähigkeit gefordert wird.
✗ Falsch wenn: Sehr große Lasten, problematischer Baugrund oder hohe Kelleranforderungen bestehen ohne ergänzende geotechnische Sonderplanung.

GreenBuild360 Material Passport · Phase 26A · Jede Bewertung mit Quellennachweis

🧩 Systemische Einbettung

Kein Baustoff funktioniert allein. Fundamente ohne Beton entfaltet seine Stärken im richtigen System. Hier sind die optimalen Kombinationen:

🌲
Ökologischer Neubau (Holz- oder Strohbau)Systemkomponente

Dieses Material ist typischerweise Teil eines integrierten Bausystems. Wohngesundheit, Zirkularität und Energieeffizienz entstehen nicht durch Einzelmaterialien, sondern durch das Zusammenspiel aller Schichten.

🏚️
Sanierung / Rebuild EditionNachrüst-Element

Beim Umbau von Bestand kann dieses Material gezielt als Verbesserungsschicht eingesetzt werden — immer in Abstimmung mit dem restlichen Wandaufbau.

🏗️ Systemempfehlung

Für die optimale Systemkombination: Building Advisor starten und Profil angeben.

Der Building Advisor zeigt Ihnen, welche Systemkombination zu Ihrem Profil, Budget und Zielstandard passt — inklusive Förderungen und 50-Jahr-Kosten.

Systemkombination mit Building Advisor prüfen →
← Zurück zum Wiki
🌿
Pia – GreenBuild360 KI
Holzbau · Förderung · Nachhaltigkeit
KI-Expertin · jetzt verfuegbar
Powered by GreenBuild360 KI